LG Class im Test

von Simon Gralki am - Uhr

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Mit dem LG Class bringt das koreanische Hersteller sein erstes Smartphone mit Metall-Gehäuse auf den Markt. Im Test schauen wir uns das Android-Gerät mal genauer an, was es kann.

LG hat mit dem Class endlich ein Smartphone geschaffen, welches mal nicht überwiegend aus Kunststoff besteht. Kurz vor Weihnachten kam das LG Class auf den Markt. Mit einer Mittelklasse-Ausstattung kostet es derzeit 249 Euro (UVP). Sowohl optisch als auch technisch orientiert es sich nicht an eines der Flagschiff-Geräte von LG.

Design & Verarbeitung

Eingepackt ist das LG Class im einfachsten Karton. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Class selbst noch das Ladekabel, Kurzstartanleitung (ausführliche Bedienungsanleitung), Kopfhörer sowie das Öffnungswerkzeug für den SIM- und Speicherkarten-Slot.

Optisch sieht das LG Class dem Nokia N8 etwas ähnlich, mit 7.7mm nur etwas dünner. Wie bereits erwähnt besteht das Gehäuse größtenteils aus Metall, bzw. Aluminium. Nur die obere und untere Seite des Class besteht aus Kunststoff, bei denen sich wohl die Antennen darunter befinden. Die seitlichen Ränder sind stark abgerundet, wodurch das Android-Smartphone angenehm in der Hand liegt. Etwas gewöhnungsbedürftig aber praktisch sind die Rear-Keys auf der Rückseite unterhalb der Kamera. Damit verschwinden die seitlichen Lautstärke- und Power-Tasten. Die Kamera-Linse als auch die Rear-Keys heben sich aber deutlich vom Gehäuse ab, was optisch nicht gerade ein Augenschmaus ist. Auch die je zwei Torx-Schrauben an der Ober- und Unterseite sehen nicht gerade schön aus, wobei dies aber Geschmackssache ist.

Ganz so perfekt verarbeitet ist das LG Class dann doch nicht, wie es aussieht. Die Übergange des Kunststoff zum Aluminium-Gehäuse ist nicht zu 100 Prozent bündig. Auch der SIM- und Speicherkartenslot sitzt ein kleines bisschen tiefer im Gehäuse. Insgesamt fühlt sich das Smartphone hochwertig an, das mit nur 154 Gramm nicht zu schwer in der Hand liegt.

5 Zoll Display

In der Diagonale misst das LG Class 5 Zoll und löst mit 1280x720 Pixel auf. Einzelne Pixel sind kaum zu sehen. Geschützt wird das Display durch Corning Gorilla Glass 3, das vor Kratzer und Brüche schützen soll. An den Seiten ist das Display durch ein 2.5D-Glas leicht abgerundet, wodurch das Smartphone etwas ergonomischer und flacher wirkt.

Im Test des LG Class fällt uns als erstes die geringe Spiegelung des Displays auf. Auch die Blickwinkelstabilität ist sehr gut, wodurch man auch seitlich noch die Inhalte ansehen kann, ohne das sie zu dunkel werden. Farben sind kräftig und das Display insgesamt auch hell. Für ein Mittelklasse-Gerät bei den Preis kann man beim Display überhaupt nicht meckern.

Leistung für den Alltag

Im LG Class steckt ein Mittelklasse-Prozessor von Qualcomm. Der Snapdragon 410 hat zwar bereits gut zwei Jahre auf dem Buckel, reicht aber für den normalen Alltag gut aus. Der Quad-Core Prozessor taktet mit 1.2 GHz pro Kern und wird von 1,5 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Die Grafikberechnungen übernimmt dabei der Adreno 306 Grafikprozessor. Alltagsaufgaben wie SMS, Telefonieren, Internet surfen oder mal eine E-Mail schreiben meistert das LG Class problemlos, genauso wie grafisch einfacherer Spiele wie Angry Birds oder Clash of Clans. Bei anspruchsvolle Spiele wie die Need for Speed-Reihe oder Asphalt 8 stößt das LG Class im Test dann doch schnell an seine Grenzen. Ruckler sind bei dem Prozessor dann vorprogrammiert.

Dank des Metallgehäuse wurde das LG Class im Test kaum warm. Lediglich bei längerem Spielen oder nach dem ausführen der ganzen Benchmark-Tests war die Rückseite licht warm, aber in keinsterweise störend.

Benchmark-Tests

  • Antutu: 27.913 Punkte
  • GFXBench: 1080p Manhatten Offscreen - 1.8 fps
  • Geekbench 3: 480 Single Core, 1490 Multi-Core
  • PCMark: 3773 Punkte
  • 3DMark: 52 Punkte

Ausstattung

Auch für ein Mittelklasse-Smartphone muss man bei der Ausstattung nicht geizen. Das LG Class verfügt über einen 16 GB internen Speicher von dem 11 GB zur freien Verfügung bereit steht. Optional kann man auch eine microSD-Karte mit bis zu 128 GB verwenden, um Bilder, Videos etc. auszulagern.

In Netzwerke kann sich das LG Class mittels WiFi mit den Standards a/b/g/n einwählen. Auf Wunsch auch mit DLNA oder WiFi-Direct. Das mobile Internet steht via LTE Cat. 4 zur Verfügung. Geschwindigkeiten erreicht das Smartphone bis zu 150 MBit/s im Downstream und im Upstream bis zu 50 MBit/s. Mit anderen Geräten kann sich das Class mit Bluetooth 4.1 verbinden. Im Test hatten wir dabei keine Probleme beim verbinden eines Bluetooth-Lautsprecher oder die Auto-Freisprecheinrichtung. Für kontaktloses bezahlen steht ein NFC-Chip zur Verfügung, wobei wir im Test keine Möglichkeit hatten, diesen auszuprobieren.

Kamera mit 13 Megapixel

Auf den Datenblatt bietet das LG Class eine ordentliche Kamera die im Test überzeugen kann. Auf der Rückseite befindet sich eine 13 Megapixel-Kamera mit einer f2.2 Blende sowie einem LED-Blitz. Das übersichtliche Kamera-Menü bietet die üblichen Einstellungen wie Auflösung, HDR, Bildmodus (Panorama) oder ein digitaler Zoom. Im freien als auch im Haus mit weniger Tageslicht macht die Kamera gute Fotos mit lebendigen Farben und einer guten schärfe. Werden aber mehrere Objekte abgelichtet, werden manche Details nichts ganz so scharf dargestellt. Im dunkeln nimmt die Qualität durch ein erhöhtes Bildrauschen ab.

An der Frontkamera mit 8 Megapixel hat LG nicht gespart. Das merkt man auch gleich an der Fotoqualität die für die Preisklasse sehr gut ist. Typisch bei LG ist der Gesten-Auslöser bei dem die Hand zum Ballen geschlossen werden muss, um den Auslöser zu tätigen. Alternativ kann man mittels Sprachauslöser Wörter wie "Cheese", "Smile" oder "LG" aussprechen, um ein Foto zu machen. Frauen die sich nicht geschminkt haben oder Männer mit zu vielen Pickeln können sich einen Filter zunutze machen, der kleine Details aus dem Bild entfernt. Dazu muss man aber sagen, das Männer dadurch eher geschminkt aussehen.Beim sichern der Kamera-Bilder ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Daher gibt es nur diese zwei.

Akku mit guter Laufzeit

Der festverbaute Akku mit einer Kapazität von 2050 mAh kommt ohne lediglichen Features. Eine kabellose und gar eine Schnellladefunktion gibt es beim LG Class nicht. Für die Mittelklasse zwar nicht zwingend, aber doch schöne Features. Doch das die nicht dabei sind, schmerzt nicht allzu sehr. Denn der Akku weist trotz der vergleichsweisen kleine Kapazität eine gute Akkulaufzeit auf. So musst das Class erst nach zwei Tagen bei durchschnittlicher Benutzung (WhatsApp, SocialMedia, E-Mail, SMS, Telefonieren etc.) wieder an die Ladebuchse. Im Akku-Benchmark erreichte das Android-Smartphone gute 6 Stunden Laufzeit. Dabei wird von der App die alltägliche Benutzung simuliert, um die Laufzeit zu berechnen, die aber nur ein ungefährer Richtwert darstellt und sich zu anderen Tests stark unterscheiden kann.

Das Aufladen des Akkus ging schnell vonstatten. Innerhalb 30 Minuten war der Akku wieder zu 40 Prozent aufgeladen, was fast einer Schnellladefunktion gleicht.

Audio & Sprachqualität

Die Lautsprecher des LG Class befinden sich auf der Rückseite neben der Kamera. Wo die Erhebung der Rear-Keys recht hoch ist, ist es ein Vorteil für den Lautsprecher. Denn so liegt er nicht direkt auf der Tischplatte auf und der Sound wird nicht zu stark abgedämpft. Zwar ist die Lautstärke recht hoch, doch wie bei den meisten Smartphones ist der Sound blechernd und der Bass auch nicht knackig genug. Also mobile Audiostation eignet sich das Class daher nicht. Für einen besseren Musikgenuss sorgen dafür das beigelegte In-Ear-Headset mit starken Bass und guter Qualität.

Die Sprachqualität kann dagegen im Test überzeugen. Beim Gesprächspartner ist kaum ein Hintergrundrauschen oder Umgebungsgeräusche zu hören. Die Sprachqualität hört sich im gesamten sehr natürlich an.

Software: Android 5.1

LG stattet das Class mit Android 5.1.1 Lollipop und Sicherheits-Patches aus. Oben drauf kommt die typische Benutzeroberfläche UX 4.0, die aber nicht allzu viel am Betriebssystem verändert. Vorinstallierte Apps wie QuickMemo, RemoteCall Service oder SmartWorld lassen sich mit einem Klick deinstallieren oder einfach deaktivieren. Das LG Class ist noch ein recht frischen Smartphone auf dem Markt mit einem "alten" Betriebssystem. Daher dürfte auch für das Class ein Update auf Android 6.0 Marshmallow folgen. Offiziell angekündigt wurde dazu aber bislang nichts.

Man darf sich nicht wundern, wenn man das LG Class mit dem PC verbindet oder nach dem Gerätenamen schaut. Denn hier ist das Gerät als "LG Zero" gekennzeichnet, wie es zum Beispiel auch in Österreich zu haben ist. Nur in wenigen Ländern, unter anderem Deutschland, ist das Smartphone unter "Class" erhältlich.

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Fazit: Außen Oberklasse - Innen Mittelklasse


In optischer Oberklassen-Manier bietet das Metall-Smartphone LG Class ausreichend Leistung für den alltäglichen Gebrauch an. Im Test kann das Display, die gute Akkulaufzeit und bei Tageslicht mit ordentliche Fotos überzeugen. Negativ dagegen ist der schwache Lautsprecher und die kleinen Verarbeitungsmängel des Metall-Gehäuse. Das LG Class eignet sich sehr gut für Einsteiger oder Nutzer, die nicht so großen Wert auf Leistung legen und die auch nicht tief in die Tasche dafür greifen wollen. Für aufwenige Spiele sollte aber zu einem stärkeren Smartphone gegriffen werden.

  • Design & Verarbeitung
    4.0

  • Hardware (Leistung)
    4.5

  • Kamera
    4.0

  • Akku
    3.9

  • Software & Bedienung
    3.8

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