Wiko Robby im Test

von Simon Gralki am - Uhr

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Wiko Robby ist das derzeit aktuelle Einsteiger-Smartphone des französischen Herstellers. Wir haben uns das Robby im Test genauer angeschaut, ob sich ein Kauf des Gerätes für 129 Euro (UVP) lohnt.

In Deutschland kam das Wiko Robby ganz ohne Ankündigung auf den Markt. Auch ist es als Wiko s-kool bekannt, welches aber für andere Länder vorgestellt worden ist. Das aktuelle Einsteiger-Smartphone für 129 Euro gibt es seit Anfang Juni in den Läden und Online-Shops zum kaufen. Auf dem Datenblatt macht das Wiko Robby schon einmal eine gute Figur, auch wenn etwa LTE fehlt. Auf der anderen Seite bietet das Smartphone ein paar interessante Ausstattungen wie Dual-Front-Lautsprecher oder auch das neue Betriebssystem Android 6.0 Marshmallow. Ob sich der Kauf lohnt, schauen wir uns im Test an.

Wiko Robby Test: Der erste Eindruck

Große Displays sind derzeit in Mode. So besitzt auch das Wiko Robby ein 5.5 Zoll Display. Das macht sich dann auch bei der Abmessungen des Gerätes bemerkbar. 155 Millimeter groß, 79.1 Millimeter breit und stolze 10 Millimeter dick ist das Gerät. Und auch das Gewicht von 185 Gramm ist im Vergleich zu gleichgroßen Smartphones etwas viel.

Die Rückseite des Robby besteht aus Aluminium und sitzt gut am Gehäuse fest. Eine etwas andere Art für die seitlichen Tasten hat sich der französische Hersteller ausgedacht: Denn die Lautstärke-Wippen und die Ein- und Aus-Tasten befinden sich am Rahmen, der sich samt der Rückseite entfernen lässt. Dadurch haben die seitlichen Tasten einen schwammigen Druckpunkt, der wesentlich besser sein könnte. Im gesamten macht die Verarbeitung aber einen guten Eindruck. Es sind kaum Spaltmaßen vorhanden und der metallische Frontrahmen mit den Lautsprecher macht auch etwas her. Durch die leicht gebogene Rückseite und das relativ hohe Gewicht liegt das Robby sehr gut in der Hand. Liegt es aber auf einer glatten Oberfläche, wie einem Tisch, wackelt es ordentlich wenn auf dem Display getippt wird.

Display mit HD-Auflösung

Wiko setzt beim Robby auf ein 5.5 Zoll Display mit IPS-Technologie. Dies zeichnet sich besonders in der Helligkeit und auch beim stabilen Blickwinkel aus. Die Auflösung beträgt 1280x720 Pixel, was einer Pixeldichte von 267ppi entspricht. Für ein Einsteiger-Smartphone ist dies ein recht guter Wert. Einzelne Pixel sind nur beim genauen hinschauen erkennbar. Die Display-Helligkeit geht in Ordnung, könnte aber etwas höher sein. Das macht sich gerade bei direkter Sonneneinstrahlung bemerkbar, bei der wir nicht mehr viel vom Display erkennen können. Farben werden natürlich dargestellt, wobei Weiß einen leichten Graustich hat. Was uns allerdings gefallen hat, ist die Reaktionsfreudigkeit des Touchscreens (nicht des Prozessors) sowie der stabile Blickwinkel. Eingaben werden präzise erkannt und entsprechend schnell ausgeführt.

Schwachstelle: Der Prozessor

Beim Wiko Robby kommt der MT6580 Chip von MediaTek zum Einsatz. Wer sich mal ein paar Einsteiger-Smartphones durchschaut, wird schnell erkennen das genau dieser sehr häufig zu finden ist. Der MT6580 verfügt über 4 Kerne die mit jeweils 1.3 GHz takten und von einem 1 GB Arbeitsspeicher begleitet wird. Ein weiterer Nachteil ist auch die Nichtunterstützung von 64-Bit-Systemen. In den Benchmark-Test von Geekbench oder AnTuTu wirkt sich die schlechte Leistung auch auf die Wertung aus. Im Geekbench 3 Benchmark erreichte das Wiko Robby im Test nur 1155 Punkte (Multi-Core). Auch im Grafik-Benchmark von 3DMark Unlimted schafft das Smartphone nur einen schlechten Wert von 2926 Punkte.

Wir merken bei der Bedienung sofort, das dem Wiko Robby schnell die Puste ausgeht. Besonders beim öffnen von Apps gibt es teilweise starke Verzögerungen. So braucht die Kamera und Google Maps ein paar Sekunden bis sie Einsatzbereit sind. Zum richtigen Spielen eignet sich der Prozessor ebenfalls nicht. Aufwändigere Spiele-Apps wie Asphalt 8: Airborn oder Unkilled bringen den Prozessor schnell an die Grenzen, wodurch ein normales Spielen kaum möglich ist. Einfachere Apps wie Angry Birds laufen dagegen flüssig.

Webseiten können wir im Browser recht zügig öffnen. Nur beim scrollen fangen die einzelne Elemente der Seite an zu schlieren.

Kamera mit Profi-Modus

Auf der Rückseite des Wiko Robby steckt eine 8 Megapixel-Kamera mit einem LED-Blitz. Die verfügt zudem über einen Autofokus, 4x Digitaler Zoom sowie verschiedene Aufnahme-Modis wie Panorama, Beauty Face, HDR oder eben den Profi-Modus. Letzterer ist gerade in dieser Preisklasse selten anzufinden, mit dem wir Parameter wie Belichtung, Weißabgleich, ISO oder die Schärfe anpassen können. Die Bedienung der Kamera fällt leicht von der Hand. Das Menü ist übersichtlich aufgebaut, wodurch Einstellungen schnell zu finden sind.

Die 8 Megapixel-Kamera liefert im Test bei guten Lichtverhältnissen überraschend gute Bilder. Farben wirken natürlich und bei Objekten sind auch Details erkennbar. Nimmt das Licht allerdings ab, zeigt die Kamera dann auch, aus welches Preisklasse sie kommt. Bei wenig Licht ist ein starken Rauschen vorhanden. Farben können nicht mehr so gut auseinander gehalten werden und auch die Details sind verschwunden. Selbst mit LED-Blitz in Räumen sind die Fotos nicht berauschend.

Auch die Frontkamera macht gute Bilder, sofern gute Lichtverhältnisse herrscht. Für Selfies steht ansonsten auch ein LED-Blitz zur Verfügung. Neben dem normalen Aufnahmemodus gibt es noch den Beauty-Face-Modus der aber nur bedingt benutzt werden kann/sollte. Denn die Software korrigiert das Gesicht so stark, das man eher wie Golum von Herr der Ringe aussieht. Immerhin lassen sich auch hier die einzelnen Parameter verändern. Desweiteren gibt es den Weitwinkelmodus der aber wie beim Panorama-Modus einfach mehrere Bilder zusammenfügt.

Gute Sprachqualität aber kein LTE

Das Wiko Robby verfügt über einen 16 GB internen Speicher, von dem zum Beginn des Test ungefähr 6 GB durch das Betriebssystem belegt sind. Sollte dies nicht reichen, befindet sich unter der Rückseite einen microSD-Slot (maximal 64GB). Dort sind auch zwei microSIM-Karten-Slots für die Dual-SIM-Funktion (Standby) angebracht. In den Einstellungen lässt sich auswählen, wie und welche SIM-Karte genutzt werden soll. Dabei kann der Nutzer auswählen, welche SIM-Karte für die Datenübertragung genutzt werden soll, ohne gleich die SIM-Karten austauschen zu müssen. Im Test konnte uns die Sprachqualität des Wiko Robby schnell überzeugen. Die Gesprächspartner verstehen sich sehr gut ohne das starke Umgebungsgeräusche zu hören sind.

Beim WLAN betragen die Übertragungsgeschwindigkeiten 802.11 b/g/n. Das Smartphone hat aber einen schlechten Empfang im Vergleich zu den bisherigen getesteten Geräten bei uns. Nur ein Stockwerk über dem Router liegt die Signalstärke bei -80dbm, wodurch Verbindungsprobleme vorprogrammiert sind.

Akku mit vielen Stromspar­einstellungen

Unter den Einsteiger-Smartphones ist noch üblich, das sich Akkus austauschen lassen, wie es beim Robby der Fall ist. Mit einer Kapazität von 2500 mAh zeigt sich der Akku im Test mit einer guten Laufzeit. Ganze 7:28 Stunden hat das Smartphone im Akku-Test von PCMark erreicht. Damit liegt es auch auf Augenhöhe mit dem Oberklassen-Smartphone Samsung Galaxy S7 Edge (7:39 Stunden). Im Standby-Modus konnten wir das aufgeladene Robby 9 Tage liegen lassen, ehe es die 20 Prozent-Marke erreicht hat. Hier zeigte sich, das Wiko doch ein paar Stromspareinstellungen integriert hat, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Ab diesem Zeitpunkt greifen das Handy ein und stoppt Synchronisationen oder Prozesse die im Hintergrund laufen. Sind solche Maßnahmen vom Nutzer nicht gewünscht, können die auch ein den Einstellungen deaktiviert werden. Wer sie aber früher nutzen möchte, kann diese natürlich auch früher aktivieren.

Schlanke Software

Das Wiko Robby wird mit dem neuen Android 6.0 Marshmallow ausgestattet. In dieser Preisklasse gehört das Robby also zu den ersten. Der französische Hersteller installiert dazu noch seine eigene Benutzeroberfläche die etwas an das Apple iOS erinnert. Auf einen App-Drawer wurde verzichtet, Apps werden direkt auf dem Homescreen abgelegt.

Auf vorinstallierte Apps verzichtet Wiko größtenteils. Lediglich Apps wie Phone Assist, Clean Master, Radio und One Clean sind vorinstalliert, die sich nicht deinstallieren lassen (mit Ausnahme Clean Master). Wie wir aber finden, haben alle genannten Apps ihre Nützlichkeit.

Gewinnspiel

Da wir das Wiko Robby selbst finanziert haben, könnt ihr das Smartphone gewinnen. Alle Infos dazu gibt es hier.

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Fazit: Zu langsames Smartphone


Eine Kaufempfehlung für das Wiko Robby? Ja und Nein. Wer auf der Suche nach einem Smartphone ist, welches nicht den Prozessor beansprucht, ist hier Richtig. Das Wiko Robby hat ein gutes Display, großartige Akkulaufzeit und macht bei guten Lichtverhältnissen auch gute Fotos. Ebenfalls ist auch das aktuelle Android 6.0 Betriebssystem hervorzuheben, was in der Preisklasse noch nicht so üblich ist. Auf der anderen Seite sind Vielnutzer, die auf Leistung aus sind, an der falschen Adresse. Der Prozessor ist für größere Aufgaben nicht gewachsen. Auch sollte bedenkt werden, dass kein LTE-Modul vorhanden ist.

  • Design & Verarbeitung
    3.8

  • Hardware (Leistung)
    2.1

  • Kamera
    3.2

  • Akku
    4.0

  • Software & Bedienung
    3.3

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